Technologiefelder
Um ganzheitliche Lösungen für eine automatisierte Bauplanung zu entwickeln, werden im Netzwerk verschiedene Technologiefelder bearbeitet. Die geplanten Entwicklungen umfassen die gesamte Wertschöpfungskette und beziehen alle Fachdisziplinen ein – von Architekten und Tragwerksplanern über Bauphysiker bis hin zu Experten für Nachhaltigkeitsbewertung (LCA).
Bauplanung vernetzen
In der Bauplanung laufen die Planungen der Fachplaner in der Regel bei einem Generalplaner als zentrale Schnittstelle zusammen. Während des Planungsprozesses stehen Generalplaner vor der Herausforderung, geänderte Anforderungen oder Wünsche des Bauherrn im laufenden Prozess zu berücksichtigen. Die einzelnen Fachplaner senden ihre Anpassungen teilweise noch per E-Mail oder als handschriftliche Notiz an 2D-Modellen an die Generalplaner. Weiterhin wird insbesondere die Multikriterienoptimierung von Bauvorhaben (z.B. Nachhaltigkeit, Kosteneffizienz, Personaleinsatz) mit Fortschreiten eines Bauvorhabens zunehmend komplexer und erfordert manuelle Anpassungen der Planung durch erfahrene Fachkräfte.
Ein Ziel des Netzwerks ist es daher, Änderungen in der Bauplanung durch automatisierte Prozesse – z. B. mittels künstlicher Intelligenz – in die Gesamtplanung zu integrieren. Dies spart Ressourcen (darunter Zeit und Personal), kann kostspielige Fehler verhindern und die Anzahl der Iterationsschritte reduzieren. Die Vernetzung der Fachplaner soll dadurch optimiert werden, ohne die Arbeit der Fachplaner zu beeinträchtigen. Änderungen von Bauplanungen können folglich einfacher und zügiger berücksichtigt und der Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf den Planungsprozess besser antizipiert werden.
Wissen zugänglich machen
Durch das effektive Zusammentragen und Bereitstellen des Wissens- und Erfahrungsschatzes verschiedener Fachplaner entsteht eine fundierte Basis für erfolgreiche Bauprojekte. Expertise frühzeitig und unter Berücksichtigung fachlicher Vorschriften in Projekte einzubringen, wird durch den branchenweiten Fachkräftemangel und gestiegene regulatorische Ansprüche an Bauvorhaben allerdings zunehmend erschwert. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz kann vorhandenes Wissen deutlich schneller und einfacher für Fach- und Generalplaner zugänglich gemacht werden, so dass Erfahrungen und Herausforderungen vergangener Projekte nicht in den Köpfen von Mitarbeitern oder Evaluationsbögen in Archiven verbleiben. Gerade unerfahrene Kolleginnen und Kollegen profitieren durch digital einfach zugängliches Know-how und Einblicke in zuvor realisierte Projekte. Hierdurch kann Herausforderungen früher und besser begegnet werden. Damit wird ein ganzheitlicher Blick auf Bauplanungen und die planmäßige Umsetzung im Allgemeinen gefördert und Fehler verhindert.
Nachhaltige Stadtentwicklung fördern
Die Planung großer und komplexer Bauvorhaben – einschließlich der Analyse der energetischen Auslegung von Gebäuden sowie ganzen Stadtvierteln oder Quartieren – kann durch automatisierte Berechnungen deutlich präziser und erheblich schneller erfolgen. KI-gestützte Vorhersagen können es ermöglichen multiple Faktoren wie Wärme, Feuchte, Akustik, Tageslicht und Belüftung gleichzeitig zu berücksichtigen und zu optimieren. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz ermöglicht die effizientere Planung von nachhaltigen und energiesparenden Lösungen, die insbesondere Stadtentwicklungen eine Anpassung an sich rapide ändernde und komplexe Umweltbedingungen ermöglicht. So können Energiekonzepte ideal an Umgebungsfaktoren und Anforderungen angepasst werden. Optimierte Energiekonzepte können Emissionen reduzieren, die Lebensqualität für Menschen in Gebäuden und Quartieren verbessern, Ressourcen beim Bauen und im Betrieb von Gebäuden einsparen und in erhöhtem Maß Belastungen auf die Umwelt reduzieren.